Desinfektionsmaßnahmen bei Legionellenbefall?

Sofortmaßnahmen

Ist der Grenzwert (100 KBE / 100 ml) überschritten, muss das Gesundheitsamt informiert werden. Dort wird dann entschieden welche Desinfektionsmaßnahmen ergriffen werden müssen.

Mit folgende Maßnahmen können die Legionellen abgetötet werden.

Sehr oft reicht das Hochsetzen der Temperatur im Warmwasserbereiter und das Spülen der Leitungen aus, um die Legionellenzahl zu verringern (thermische Legionellen  Desinfektion). Dabei wird die Temperatur auf 70 Grad erhöht und die einzelnen Entnahmestellen mindestens 3 Minuten gespült. Dadurch sollte ein Großteil der Legionellen absterben.

Eine erneute Legionellenprüfung sollte innerhalb von 4 Wochen durchgeführt werden.

Sollte dabei der Grenzwert erneut überschritten werden, kann eine weitere Reduzierung der Legionellen mit chemischen Mitteln  (Chemische Legionellen Desinfektion) erreicht werden. Dazu werden die Trinkwasserleitungen mit Desinfektionsmittel (überwiegend auf Chlorbasis) gespült. Das Desinfektionsmittel dringt durch die Zellwand in die Legionellen ein und tötet die Bakterien ab. Dadurch wird ein sehr hoher Wirkungsgrad erreicht.


Vorsorgliche Maßnahmen

Mit regelmäßigem Spülen der kompletten Hausinstallation, kann man das Risiko eines Legionellenbefalls deutlich reduzieren. Dabei sollte man alle Leitungen regelmäßig mit heißem Wasser spülen. Außerdem sollte der Warmwasserbereiter periodisch (z.B.  einmal täglich) die Temperatur auf mehr als 60 Grad erhöhen und somit das Legionellenwachstum eindämmen. Diese sogenannte Legionellenschaltung ist bei moderne Heitzungssystemen bereits Standard.


Bauliche Maßnahmen

Legionellen finden vor allem in Totleitungen (Leitungen ohne Verbraucher am Ende) oder Rohrnetzteile die oft für längere Zeit nicht benutzt werden optimale Voraussetzungen. Solche Leitungsteile sollten vor Inbetriebnahme gespült, bzw. abgesperrt oder entfernt werden.